Ist Dubai steuerfrei? Steuern 2026 im Check
Setup Dubai Ratgeber
Autor: Tino Ludwig
Veröffentlicht am: 23. Juli 2025
Aktualisiert am: 9. Oktober 2026
Kurz gesagt: Dubai ist 2026 nicht mehr komplett steuerfrei. Privatpersonen zahlen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) weiterhin keine Einkommensteuer. Unternehmen zahlen seit Juni 2023 Corporate Tax: 0 % auf den Gewinn bis 375.000 AED und 9 % auf den Teil darüber. Free-Zone-Firmen bekommen 0 % nur auf qualifizierende Einkünfte. Ob du unterm Strich weniger Steuern zahlst, entscheidet aber Deutschland: Solange du hier wohnst oder deine Firma von hier aus führst, bleibt das deutsche Finanzamt zuständig.
Was davon für dich gilt, hängt von deinem Wohnsitz ab. Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir es mit deinen Zahlen durch.
Auf Instagram und TikTok hörst du meist die Kurzfassung „Firma in Dubai, null Steuern“. Diese Version lässt die Bedingungen weg, an denen Gründer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz später scheitern. Hier bekommst du beide Seiten: die Steuern in den VAE und die Regeln, die für dich als deutscher Steuerpflichtiger weiter gelten.

Steuern in Dubai 2026 auf einen Blick
| Steuer | Satz in den VAE | Was du wissen musst |
|---|---|---|
| Einkommensteuer für Privatpersonen | 0 % | Gilt für Gehalt, Dividenden und private Kapitalerträge |
| Corporate Tax (Körperschaftsteuer) | 0 % bis 375.000 AED Gewinn, 9 % darüber | Für alle Firmen in Mainland und Free Zone, Registrierung ist Pflicht |
| Qualifying Free Zone Person | 0 % auf Qualifying Income | 9 % auf nicht qualifizierende Einkünfte, geprüfter Jahresabschluss nötig |
| Small Business Relief | auf Antrag keine Corporate Tax | Umsatz bis 3 Mio. AED, verlängert bis Steuerperioden, die am 31.12.2029 enden |
| Mehrwertsteuer (VAT) | 5 % | Pflichtregistrierung ab 375.000 AED steuerpflichtigem Umsatz |
| Quellensteuer | 0 % | Auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren |
| Erbschaft- und Schenkungsteuer | keine | Die deutsche Erbschaftsteuer kann trotzdem greifen |
Welche Steuern gibt es in den VAE?
Keine Einkommensteuer für Privatpersonen
Die VAE erheben keine Einkommensteuer auf Gehälter, Dividenden oder private Kapitalerträge. Das ist der Teil des Mythos, der stimmt. Er hilft dir aber nur, wenn du steuerlich nicht mehr in Deutschland ansässig bist. Dazu weiter unten mehr.
Corporate Tax: 9 % über 375.000 AED
Mit dem Federal Decree-Law No. 47 of 2022 haben die VAE eine Körperschaftsteuer eingeführt. Sie gilt für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Juni 2023 beginnen, und betrifft Mainland- und Free-Zone-Firmen gleichermaßen.
- Bis 375.000 AED steuerpflichtigem Gewinn zahlst du 0 %, darüber 9 %. Die Grenze bezieht sich auf den gesamten Gewinn der Firma und nicht nur auf Umsätze mit Kunden in den VAE.
- Bei 500.000 AED Gewinn zahlst du 9 % auf 125.000 AED, also 11.250 AED.
- Jede Firma muss sich bei der Federal Tax Authority (FTA) registrieren, auch wenn sie 0 % zahlt. Wer zu spät registriert, zahlt 10.000 AED Strafe.
- Steuererklärung und Zahlung sind 9 Monate nach Ende des Geschäftsjahres fällig.
- Buchhaltung und Belege musst du 7 Jahre aufbewahren.
375.000 AED entsprechen je nach Wechselkurs rund 85.000 bis 95.000 Euro. Registrierung, Buchhaltung und Steuererklärung übernimmt auf Wunsch unsere Premium-Buchhaltung für Dubai-Firmen.
Free Zone: 0 % nur als Qualifying Free Zone Person
Die bekannte Aussage „Free Zones sind 50 Jahre steuerfrei“ stammt aus der Zeit vor der Corporate Tax. Heute zählt der Status als Qualifying Free Zone Person (QFZP). Nur dann zahlt deine Free-Zone-Firma 0 % auf Qualifying Income. Die Bedingungen:
- angemessene Substanz in der Free Zone, also Räume, Personal und Ausgaben passend zur Tätigkeit
- Einkünfte aus qualifizierenden Tätigkeiten, zum Beispiel Handel mit anderen Free-Zone-Firmen, bestimmte Holding- und Logistiktätigkeiten
- Verrechnungspreise nach Fremdvergleich
- geprüfter Jahresabschluss (Audit)
- nicht qualifizierende Einnahmen höchstens 5 % des Umsatzes oder 5 Mio. AED, je nachdem, was niedriger ist
Überschreitet deine Firma diese Grenze, verliert sie den Status und zahlt regulär 9 % über 375.000 AED. Für Berater, Agenturen und Coaches heißt das: Dienstleistungen an Kunden außerhalb der Free Zone sind in der Regel keine qualifizierende Tätigkeit. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Was ist eine Free Zone in Dubai? und im Vergleich Free Zone oder Mainland.
Small Business Relief bis Ende 2029
Kleine Firmen mit einem Umsatz bis 3 Mio. AED pro Steuerperiode können den Small Business Relief wählen. Dann gilt die Firma steuerlich als gewinnlos und zahlt keine Corporate Tax. Mit der Ministerial Decision No. 131 of 2026 vom August 2026 haben die VAE die Regel verlängert: Sie gilt jetzt für Steuerperioden, die bis zum 31.12.2029 enden. Vorher war Ende 2026 Schluss.
Du musst den Relief in der Steuererklärung aktiv wählen. Registrierung, Erklärung und Buchhaltung bleiben Pflicht. Qualifying Free Zone Persons und Mitglieder großer multinationaler Gruppen können ihn nicht nutzen.
Mehrwertsteuer: 5 %
Die VAE erheben 5 % VAT. Ab 375.000 AED steuerpflichtigem Umsatz in zwölf Monaten musst du dich registrieren, ab 187.500 AED kannst du es freiwillig. Exporte von Waren und viele Dienstleistungen an Kunden im Ausland sind mit 0 % belegt, die Erklärungspflichten bleiben aber bestehen. Ab 2027 kommt zudem die Pflicht zur elektronischen Rechnung (E-Invoicing), gestaffelt nach Umsatz.
Gebühren, die wie Steuern wirken
Auch ohne Einkommensteuer kostet dich Dubai jedes Jahr Geld:
- Lizenz und Verlängerung bei der Free Zone oder beim Department of Economy and Tourism
- Residence Visa und Emirates ID, inklusive Verlängerung
- Büro, Flexi Desk oder Geschäftsadresse
- Housing Fee: Als Mieter in Dubai zahlst du 5 % der Jahresmiete über die Stromrechnung
- Beim Immobilienkauf erhebt das Dubai Land Department 4 % Transfergebühr
Was die Gründung bei uns kostet, siehst du in der Übersicht Pakete und Preise.

Was in Deutschland gilt
Die Sätze in den VAE helfen dir nur, wenn Deutschland kein Besteuerungsrecht mehr hat. Und Deutschland gibt dieses Recht nicht ab, nur weil deine Firma in Dubai registriert ist.
Unbeschränkte Steuerpflicht: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt
Wer in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist hier mit seinem weltweiten Einkommen steuerpflichtig (§ 1 EStG). Für einen Wohnsitz reicht eine Wohnung, die du jederzeit nutzen kannst (§ 8 AO), auch wenn du weniger als 183 Tage im Jahr dort bist. Die „183-Tage-Regel“ stammt aus Doppelbesteuerungsabkommen für Arbeitnehmer und ist kein Freifahrtschein.
Ort der Geschäftsleitung: Wo du entscheidest, zahlt deine Firma
Führst du deine Dubai-Firma faktisch aus Deutschland, liegt ihr Ort der Geschäftsleitung hier (§ 10 AO). Dann ist die Firma in Deutschland unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig (§ 1 KStG) und zahlt meist auch Gewerbesteuer. Zusammen sind das rund 30 % auf den Gewinn. Auch eine Betriebsstätte in Deutschland (§ 12 AO) führt dazu, dass der zurechenbare Gewinn hier versteuert wird. Was das konkret bedeutet, wenn du hier wohnen bleibst, erklären wir im Beitrag Dubai-Firma ohne Auswandern: Was gilt 2026?.
Hinzurechnungsbesteuerung nach dem AStG
Selbst wenn die Firma in Dubai geführt wird, kann das Außensteuergesetz greifen. Die Hinzurechnungsbesteuerung (§§ 7 bis 14 AStG) betrifft dich, wenn in Deutschland Steuerpflichtige die Firma beherrschen (mehr als 50 %), die Firma passive Einkünfte erzielt und niedrig besteuert ist. Seit 2024 liegt die Grenze bei einer Belastung unter 15 %. Mit 0 % oder 9 % liegt jede VAE-Firma darunter. Den Substanz-Gegenbeweis, den EU-Firmen nutzen können, gibt es für Gesellschaften in den VAE nicht. Dienstleistungen gelten zum Beispiel als passiv, wenn du als deutscher Gesellschafter daran mitwirkst. Die Folge: Der Gewinn wird deinem Einkommen in Deutschland zugerechnet, auch ohne Ausschüttung.
Wegzugsbesteuerung bei GmbH-Anteilen
Hältst du mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft und warst du in 7 der letzten 12 Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, behandelt das Finanzamt deinen Wegzug wie einen Verkauf der Anteile (§ 6 AStG). Du versteuerst den Wertzuwachs, ohne Geld erhalten zu haben. Seit 2022 gibt es keine zinslose Dauerstundung mehr, auf Antrag zahlst du in 7 Jahresraten, meist gegen Sicherheit. Seit 2025 können auch größere Bestände an Investmentfonds und ETFs betroffen sein. Plane das vor dem Umzug.
Erweiterte beschränkte Steuerpflicht
Ziehst du als deutscher Staatsbürger in ein Niedrigsteuerland und behältst wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland, besteuert Deutschland deine deutschen Einkünfte noch bis zu 10 Jahre nach dem Wegzug erweitert (§ 2 AStG).
Kein Doppelbesteuerungsabkommen seit 2022
Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE ist Ende 2021 ausgelaufen. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es keins mehr, und eine Neuverhandlung ist nicht bekannt. Für dich bedeutet das: Es gibt keine Regel, die bei zwei Wohnsitzen entscheidet, welcher Staat Vorrang hat. Behältst du einen Wohnsitz in Deutschland, besteuert Deutschland dein Welteinkommen. Für Österreich und die Schweiz bestehen Abkommen mit den VAE, beide Länder haben aber eigene Regeln zur Hinzurechnung und zum Wegzug.
Informationsaustausch: CRS seit 2018
Die VAE nehmen am automatischen Austausch von Finanzkontendaten nach dem Common Reporting Standard (CRS) teil. Banken in Dubai melden Konten von Personen, die in Deutschland steuerlich ansässig sind, an das deutsche Finanzamt. Zusätzlich führen die VAE ein Register der wirtschaftlich Berechtigten (UBO-Register), auf das Behörden zugreifen. Was sonst sichtbar ist, liest du im Beitrag Diskret gründen in Dubai.

Du wohnst in Deutschland und überlegst, ob sich eine Firma in Dubai trotzdem lohnt? Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir deine Situation. Wenn es sich nicht lohnt, sagen wir dir das.
Für wen sich Dubai steuerlich lohnt
Dubai kann sich für dich rechnen, wenn diese Punkte zusammenkommen:
- Du verlegst deinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt tatsächlich nach Dubai und gibst die Wohnung in Deutschland auf oder vermietest sie langfristig.
- Du führst deine Firma von Dubai aus und kannst das mit Verträgen, Reisen und Entscheidungen belegen.
- Dein Geschäft funktioniert ortsunabhängig, zum Beispiel E-Commerce, Software, Beratung oder Agenturarbeit.
- Du hast Wegzugsteuer und laufende Kosten durchgerechnet, bevor du umziehst.
Eher nicht lohnt es sich, wenn du in Deutschland wohnen bleiben willst und die Firma von hier steuerst, wenn deine Familie und dein Lebensmittelpunkt hier bleiben oder wenn die Dubai-Firma nur ein Briefkasten wäre. Dann zahlst du die deutschen Steuern trotzdem und dazu die Kosten in Dubai.
Du erkennst dich in dieser Liste wieder? Dann ist der nächste Schritt ein kostenloses Erstgespräch.
So gehst du vor
- Prüfe deine Lage in Deutschland: Wohnsitz, Familie, GmbH-Anteile, Fonds und mögliche Wegzugsteuer.
- Wähle Free Zone oder Mainland passend zu deinem Geschäftsmodell. Den Ablauf erklärt unser Leitfaden Firma in Dubai gründen.
- Gründe die Firma, beantrage Residence Visa und Emirates ID und eröffne das Bankkonto.
- Registriere die Firma für Corporate Tax und richte die Buchhaltung ein.
- Melde dich in Deutschland ab, dokumentiere deinen Umzug und beantrage nach der nötigen Aufenthaltsdauer ein Tax Residency Certificate in den VAE.
Häufige Fragen
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich mit Dubai-Firma in Deutschland wohne?
Ja, in aller Regel. Du bleibst in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Führst du die Firma von hier, ist sie selbst in Deutschland steuerpflichtig. Wird sie in Dubai geführt, kann die Hinzurechnungsbesteuerung greifen.
Was bedeutet die Grenze von 375.000 AED?
Bis zu diesem steuerpflichtigen Gewinn zahlt jede Firma in den VAE 0 % Corporate Tax, auf den Teil darüber 9 %. Die Grenze gilt für den gesamten Gewinn und nicht nur für Geschäfte im Inland.
Gibt es in Dubai eine Einkommensteuer?
Nein. Privatpersonen zahlen in den VAE keine Einkommensteuer auf Gehalt, Dividenden oder private Kapitalerträge.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE?
Nein. Das Abkommen ist zum 31.12.2021 ausgelaufen. Seit 2022 gibt es kein DBA für Einkommen- und Körperschaftsteuer.
Was passiert mit dem Small Business Relief nach 2029?
Stand Oktober 2026 gilt der Relief für Steuerperioden, die bis zum 31.12.2029 enden. Ob er danach verlängert wird, ist offen.
Sind Free-Zone-Firmen 50 Jahre steuerfrei?
Nein. Alte Zusagen der Free Zones ersetzen nicht das Corporate-Tax-Gesetz. 0 % gibt es nur als Qualifying Free Zone Person auf qualifizierende Einkünfte.
Meldet meine Bank in Dubai mein Konto nach Deutschland?
Ja, wenn du in Deutschland steuerlich ansässig bist. Die VAE tauschen seit 2018 Kontodaten nach dem CRS aus.
- Körperschaftsteuer Dubai 2026: 9 %, Free Zone und Small Business Relief
- Mehrwertsteuer in Dubai: 5 % VAT, Registrierung und Rechnungen
- Hinzurechnungsbesteuerung bei Dubai-Firmen: Wann das AStG zuschlägt
- Wegzugsbesteuerung beim Umzug nach Dubai: GmbH, ETFs, Raten und Rückkehr
- Tax Residency Certificate Dubai: Voraussetzungen, Kosten und Nutzen
- Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland VAE: Was ohne DBA gilt
- Auswandern nach Dubai: Steuern, 183-Tage-Mythos und § 2 AStG
Fazit
Dubai bietet dir 0 % Einkommensteuer und für viele Firmen 0 % oder 9 % Corporate Tax. Das ist im Vergleich zu Deutschland viel. Den Vorteil bekommst du aber nur mit echtem Umzug, Geschäftsleitung in Dubai und sauberer Buchhaltung. Wenn du wissen willst, was davon in deiner Situation gilt, buch dir eine kostenlose Erstberatung. Wir sagen dir dort auch, wenn sich Dubai für dich nicht lohnt.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Welche Steuern bei dir anfallen, hängt von Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt, Ort der Geschäftsleitung und Geschäftsmodell ab. Lass deine Struktur vor jeder Entscheidung von einem Steuerberater prüfen. Stand: Oktober 2026.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Federal Tax Authority der VAE: Corporate Tax
- § 10 AO: Geschäftsleitung
- § 6 AStG: Wegzugsbesteuerung
- § 8 AStG: Einkünfte von Zwischengesellschaften
- § 2 AStG: Erweiterte beschränkte Steuerpflicht
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