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Dubai Freelancer Visum: Freelance Permit oder eigene Firma?

Setup Dubai Ratgeber
Wie das Freelancer-Visum in Dubai funktioniert, was das Freelance Permit kostet und wann sich stattdessen eine eigene Firma lohnt, inklusive Steuern in den VAE und in Deutschland.

Autor: Tino Ludwig

Veröffentlicht am: 9. Oktober 2026

Aktualisiert am: 9. Oktober 2026

Kurz gesagt: Ein Dubai Freelancer Visum besteht aus zwei Teilen: einer Freelance-Genehmigung (Permit) einer Free Zone oder Behörde und einem Residence Visa. Das Permit der Dubai Development Authority kostet laut Behörde 7.500 AED plus Gebühren, das Visum kommt extra hinzu. Ein Permit lautet auf deinen Namen und deckt nur bestimmte Tätigkeiten ab. Eine eigene Firma kostet mehr, bietet aber Haftungsschutz, mehr Aktivitäten und Visa für Mitarbeiter.

Ob Permit oder Firma für dich besser passt, hängt von Umsatz, Kunden und Wohnsitz ab. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir das mit deinen Zahlen.

Co-Working-Space in Dubai als Arbeitsplatz für Freelancer

Was ist das Freelancer-Visum in Dubai?

Ein eigenes Visum mit dem Namen „Freelancer-Visum“ gibt es in Dubai streng genommen nicht. Du brauchst eine Erlaubnis, selbstständig zu arbeiten, und darauf aufbauend eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Erlaubnis heißt je nach Ausgabestelle Freelance Permit, Freelancer License oder Sole Professional License. Die Free Zone oder Behörde, die dir die Lizenz ausstellt, sponsert dann dein Residence Visa. Mit dem Visum erhältst du die Emirates ID und kannst in den VAE wohnen, ein Bankkonto eröffnen und Verträge abschließen.

Welche Wege gibt es für Freelancer?

WegFür wenWichtige Bedingungen (Stand Oktober 2026)
Freelancer License der Dubai Development Authority (GoFreelance)Selbstständige in Medien, Technologie, Bildung und DesignLizenzgebühr laut DDA 7.500 AED plus 20 AED Gebühren, Arbeit unter deinem eigenen Namen, Visum und Establishment Card kosten extra
Freelance Permits anderer Free Zones und EmirateFreelancer, deren Tätigkeit bei der DDA nicht abgedeckt istTätigkeitslisten und Preise unterscheiden sich je Free Zone, vorher prüfen
Green Visa für SelbstständigeEtablierte Freelancer mit nachweisbarem EinkommenFreelance-Genehmigung des Arbeitsministeriums (MoHRE), Bachelor oder Fachdiplom, mindestens 360.000 AED Jahreseinkommen in den letzten zwei Jahren oder finanzielle Solvenz, 5 Jahre gültig
Remote Work Visa (Virtual Work)Angestellte oder Unternehmer mit Arbeitgeber oder Firma außerhalb der VAEMindestens 3.500 US-Dollar Monatseinkommen, Krankenversicherung, 1 Jahr gültig, gedacht für Arbeit für Auftraggeber außerhalb der VAE
Eigene Firma (Free Zone)Freelancer mit mehreren Tätigkeiten, höherem Umsatz oder MitarbeiternLizenz, Visum und Corporate-Tax-Registrierung, Kosten je nach Paket

Seit Mitte 2025 kursieren Berichte, nach denen einzelne Dubaier Free Zones keine neuen Freelance-Visa mehr ausstellen. Die Einwanderungsbehörde GDRFA hat im November 2025 erklärt, sie stelle diese Visa weiter über die offiziellen Kanäle aus, kontrolliere aber Missbrauch strenger. In der Praxis hängt die Verfügbarkeit von Free Zone und Tätigkeit ab. Prüf den aktuellen Stand, bevor du zahlst.

Wie der Visumsprozess mit medizinischem Test und Emirates ID abläuft, erklären wir im Guide zum Residence Visa mit eigener Firma.

Freelance Permit oder eigene Firma: der Vergleich

Die Entscheidung fällt meist an drei Punkten: Haftung, Tätigkeitsumfang und Wachstum. Ein Permit ist der günstige Einstieg für eine einzelne Tätigkeit. Eine Firma lohnt sich, sobald du mehrere Leistungen anbietest, unter einer Marke auftreten oder Mitarbeiter einstellen willst.

KriteriumFreelance PermitEigene Firma (z. B. FZ-LLC)
RechtsformDu als EinzelpersonEigene juristische Person
HaftungPersönlich mit deinem PrivatvermögenAuf das Firmenvermögen beschränkt
AuftretenUnter deinem eigenen NamenUnter Firmen- oder Markennamen
TätigkeitenNur die freigegebenen Freelance-AktivitätenMehrere Aktivitäten kombinierbar
Mitarbeiter und VisaKeine Mitarbeiter-VisaVisa je nach Lizenz und Büro
BankkontoBanken behandeln dich als EinzelpersonFirmenkonto auf die Gesellschaft
Corporate TaxErst ab 1 Mio. AED Jahresumsatz aus der TätigkeitRegistrierung ab Gründung Pflicht, 0 % bis 375.000 AED Gewinn
KostenNiedriger EinstiegAb 1.499 Euro einmalig in unseren Paketen

Für Berater und Coaches, die ihr Geschäft ausbauen wollen, beschreiben wir die passende Lizenz im Artikel zur Beraterfirma in Dubai.

Unsicher, welcher Weg passt? Wir vergleichen Permit und Firma für deine Tätigkeit und sagen dir, was in der Free Zone deiner Wahl gerade möglich ist. Kostenloses Erstgespräch buchen

Steuern in den VAE für Freelancer

Als Privatperson zahlst du in den VAE keine Einkommensteuer. Für Selbstständige gilt eine Sonderregel: Natürliche Personen fallen nach der Cabinet Decision No. 49 of 2023 erst unter die Corporate Tax, wenn ihr Umsatz aus der Geschäftstätigkeit 1 Mio. AED im Kalenderjahr übersteigt. Dann musst du dich registrieren, und es gilt 0 % bis 375.000 AED Gewinn und 9 % darüber. Gehalt, private Kapitalanlagen und private Immobilien zählen nicht dazu.

Bei der Mehrwertsteuer gilt für Freelancer dieselbe Grenze wie für Firmen: Ab 375.000 AED steuerpflichtigem Umsatz musst du dich registrieren. Leistungen an Kunden außerhalb der VAE können dabei mit 0 % besteuert sein.

Was Deutschland weiter besteuert

Das Visum in Dubai sagt nichts darüber, wo du steuerpflichtig bist. Behältst du eine Wohnung in Deutschland, die du jederzeit nutzen kannst, bleibst du nach § 8 AO unbeschränkt steuerpflichtig, auch wenn du die meiste Zeit in Dubai verbringst. Ein Freelance Permit ohne echten Umzug spart dir in Deutschland keine Steuern.

Auch nach dem Umzug gibt es Punkte, die du als Freelancer kennen musst:

  • Arbeitstage in Deutschland: Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, die du in Deutschland ausübst oder verwertest, kann Deutschland nach § 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG besteuern. Arbeitest du regelmäßig vor Ort bei deutschen Kunden, betrifft das diese Tage. Ein DBA mit den VAE, das dich schützt, gibt es seit 2022 nicht.
  • Erweiterte beschränkte Steuerpflicht: Als deutscher Staatsangehöriger kannst du nach dem Wegzug zehn Jahre lang unter § 2 AStG fallen, wenn du wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behältst.
  • Umsatzsteuer: Berätst du deutsche Unternehmen, stellst du ohne deutsche Umsatzsteuer in Rechnung, und dein Kunde führt sie im Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG ab. Elektronische Leistungen an Privatkunden in der EU, etwa Onlinekurse zum Herunterladen, sind dagegen im Land des Kunden umsatzsteuerpflichtig.

Die Regeln zum Wegzug, zur Abmeldung und zum gewöhnlichen Aufenthalt erklären wir im Artikel Auswandern nach Dubai und Steuern. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln zur Ansässigkeit, beide Länder haben anders als Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE.

Häufige Fragen

Was kostet ein Freelancer-Visum in Dubai?

Die Freelancer License der Dubai Development Authority kostet laut Behörde 7.500 AED plus 20 AED Gebühren. Establishment Card, Visum, medizinischer Test und Emirates ID kommen hinzu. Die Gesamtkosten unterscheiden sich je nach Free Zone.

Kann ich mit einem Freelance Permit für deutsche Kunden arbeiten?

Ja, Kunden im Ausland sind erlaubt. Steuerlich zählt, wo du wohnst und wo du die Arbeit ausführst. B2B-Leistungen an deutsche Unternehmen rechnest du ohne deutsche Umsatzsteuer ab.

Muss ich als Freelancer in Dubai Steuern zahlen?

Einkommensteuer gibt es nicht. Corporate Tax fällt für Einzelpersonen erst ab 1 Mio. AED Jahresumsatz aus der Tätigkeit an, Mehrwertsteuer ab 375.000 AED Umsatz.

Werden in Dubai noch Freelancer-Visa ausgestellt?

Laut GDRFA ja, nach Berichten über Aussetzungen in einzelnen Free Zones. Die Verfügbarkeit hängt von Free Zone und Tätigkeit ab, deshalb prüfen wir das vor jedem Antrag.

Ab wann lohnt sich eine eigene Firma statt eines Permits?

Sobald du mehrere Tätigkeiten anbietest, unter einer Marke auftreten, Mitarbeiter beschäftigen oder deine Haftung begrenzen willst. Bei steigendem Umsatz ist die Firma meist die stabilere Lösung.

Fazit

Das Dubai Freelancer Visum ist der günstigste Weg, als Selbstständiger in Dubai zu leben und zu arbeiten. Du arbeitest unter deinem Namen, haftest persönlich und bist auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt. Wer wachsen will, fährt mit einer eigenen Free-Zone-Firma oft besser. Den Steuervorteil gegenüber Deutschland bekommst du in beiden Fällen nur mit echtem Umzug. Den Gesamtüberblick zur Gründung findest du im Ratgeber Firma in Dubai gründen. Buch dir eine kostenlose Erstberatung, dann vergleichen wir beide Wege für dich.

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Welche Steuern bei dir anfallen, hängt von Wohnsitz, gewöhnlichem Aufenthalt, Ort der Geschäftsleitung und Geschäftsmodell ab. Lass deine Struktur vor jeder Entscheidung von einem Steuerberater prüfen. Stand: Oktober 2026.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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