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Free Zone oder Mainland: Was ist steuerlich besser?

Wissensdatenbank: Steuerfreiheit
Die Entscheidung für den Firmensitz ist für Unternehmer, die eine Firma in Dubai gründen möchten, von entscheidender Bedeutung.

Autor: Tino Ludwig

Veröffentlicht am: 12. Januar 2026

Aktualisiert am: 3. Oktober 2026

Kurz gesagt: Steuerlich unterscheiden sich Free Zone und Mainland in Dubai seit 2023 weniger, als viele denken. Beide zahlen Corporate Tax: 0 % bis 375.000 AED Gewinn und 9 % darüber. Nur eine Free-Zone-Firma, die als Qualifying Free Zone Person gilt, zahlt 0 % auf qualifizierende Einkünfte. Der größere Unterschied liegt beim Marktzugang: Mit einer Mainland-Lizenz darfst du überall in den VAE verkaufen, eine Free-Zone-Firma vor allem ins Ausland und an andere Free-Zone-Firmen.

Für Gründer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Wahl zwischen Free Zone und Mainland die erste große Entscheidung bei der Firmengründung in Dubai. Hier findest du den Vergleich auf einen Blick und danach die Details zu Steuern, Eigentum, Kunden und Kosten.

Langaufnahme eines modernen Business-Distrikts in Dubai, mit Fokus auf Hochhäuser und Unternehmenszentralen, helle Tagesszene

Free Zone und Mainland im Vergleich

KriteriumFree ZoneMainland
Corporate Tax0 % bis 375.000 AED, 9 % darüber; 0 % auf Qualifying Income als QFZP0 % bis 375.000 AED, 9 % darüber
Small Business Relief (Umsatz bis 3 Mio. AED)möglich, aber nicht zusammen mit QFZP-Statusmöglich
Mehrwertsteuer5 %, Sonderregeln für Warenverkehr in Designated Zones5 %
Eigentum100 % ausländischseit 2021 für die meisten Tätigkeiten 100 % ausländisch möglich
KundenAusland und andere Free-Zone-Firmen; Mainland nur mit Partner oder Zusatzgenehmigungganz VAE, auch Behörden und Endkunden
Lizenzbehördejeweilige Free-Zone-BehördeDepartment of Economy and Tourism (DET) in Dubai
BüroFlexi Desk oft ausreichendmeist eigener Mietvertrag mit Ejari nötig
VisaKontingent nach Lizenz und BürogrößeKontingent nach Bürofläche
Typisch fürBerater, Online-Business, Holdings, Handel ins AuslandLäden, Restaurants, lokale Dienstleister, Bau, Aufträge vom Staat
Vergleichsgrafik Free Zone und Mainland in Dubai: Steuern, Eigentum und Lizenzierung

Steuern: wo der Firmensitz einen Unterschied macht

Corporate Tax gilt in beiden Fällen

Seit dem 1. Juni 2023 erheben die VAE Corporate Tax. Jede Firma muss sich registrieren, Bücher führen und eine Steuererklärung abgeben, egal ob Free Zone oder Mainland. Der Satz liegt bei 0 % auf den Gewinn bis 375.000 AED und 9 % darüber. Die Grenze gilt für den gesamten Gewinn, nicht nur für Umsätze mit lokalen Kunden.

Der Free-Zone-Vorteil: Qualifying Free Zone Person

Eine Free-Zone-Firma kann 0 % auf ihren gesamten qualifizierenden Gewinn zahlen, wenn sie als Qualifying Free Zone Person (QFZP) gilt. Dafür braucht sie Substanz in der Free Zone, qualifizierende Einkünfte, Verrechnungspreise nach Fremdvergleich und einen geprüften Jahresabschluss. Nicht qualifizierende Einnahmen dürfen 5 % des Umsatzes oder 5 Mio. AED nicht übersteigen.

Für Berater, Agenturen und Coaches ist das selten erfüllbar, weil Dienstleistungen an Kunden außerhalb der Free Zone meist nicht qualifizieren. Dann zahlt deine Free-Zone-Firma dieselben 9 % über 375.000 AED wie eine Mainland-Firma. Die alten Zusagen über „50 Jahre Steuerfreiheit“ ersetzen diese Regeln nicht. Mehr dazu im Ratgeber Was ist eine Free Zone?.

Small Business Relief

Kleine Firmen mit Umsatz bis 3 Mio. AED können in Free Zone und Mainland den Small Business Relief wählen und zahlen dann keine Corporate Tax. Die Regel gilt Stand Oktober 2026 für Steuerperioden, die bis zum 31.12.2029 enden. Eine QFZP kann ihn nicht nutzen.

Mehrwertsteuer

Die VAE erheben 5 % VAT, in der Free Zone wie im Mainland. Ab 375.000 AED steuerpflichtigem Umsatz musst du dich registrieren. Exporte von Waren und viele Dienstleistungen an Kunden im Ausland sind mit 0 % belegt (zero-rated). Du musst sie aber trotzdem erklären. Für bestimmte Free Zones, die als Designated Zones gelten, gibt es Sonderregeln beim Warenverkehr. Für Dienstleister ändern sie wenig.

Quellensteuer

Die VAE erheben keine Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen oder Lizenzgebühren. Das gilt für Free-Zone- und Mainland-Firmen gleich.

Luftaufnahme einer Dubai Freezone, mit Fokus auf Industrie- und Bürokomplexe, Helikopter-Perspektive

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Eigentum: kein 51-%-Partner mehr im Mainland

Früher brauchte eine Mainland-Firma einen emiratischen Partner mit 51 % der Anteile. Seit einer Gesetzesänderung 2021 können Ausländer für die meisten Tätigkeiten 100 % einer Mainland-Firma halten. Ausnahmen gibt es für Tätigkeiten mit strategischer Bedeutung, etwa in Teilen von Energie, Sicherheit oder Banken. In der Free Zone gilt 100 % ausländisches Eigentum ohnehin.

Kunden und Marktzugang

Hier liegt der eigentliche Unterschied:

  • Free Zone: Deine Firma verkauft ins Ausland und an andere Firmen in Free Zones. Willst du Kunden im Mainland direkt beliefern, brauchst du einen lokalen Vertriebspartner, eine Zusatzgenehmigung der Behörden oder eine Zweigniederlassung im Mainland.
  • Mainland: Du darfst in den ganzen VAE verkaufen, Ladenflächen mieten und dich auf öffentliche Aufträge bewerben.

Arbeitest du online mit Kunden in Europa, reicht meist die Free Zone. Willst du ein Café in Dubai Marina eröffnen oder Firmen in Dubai vor Ort betreuen, brauchst du das Mainland.

Nahaufnahme eines offiziellen Geschäftsadressen-Schilds an einem modernen Bürogebäude in einer Dubai Freezone

Büro und Geschäftsadresse

In vielen Free Zones genügt für den Start ein Flexi Desk, also ein Arbeitsplatz im Business Center der Zone. Im Mainland verlangt die Behörde meist einen eigenen Mietvertrag, der über Ejari registriert ist. Die Bürogröße bestimmt in beiden Fällen, wie viele Visa du bekommst. Welche Adresse zu dir passt, erklären wir im Beitrag Flexi Desk oder eigenes Büro.

Modern eingerichteter Co-Working-Space in Dubai mit internationalem Flair, Fokus auf Empfangsbereich und Business-Lounge

Kosten

Free-Zone-Pakete mit Lizenz, Flexi Desk und Visum sind in der Regel günstiger als eine Mainland-Gründung mit eigenem Büro. Im Mainland kommen Miete, Ejari und höhere Behördengebühren dazu. Die aktuellen Festpreise findest du unter Pakete für Free Zone und Mainland.

So entscheidest du

  1. Wo sitzen deine Kunden? Ausland oder Europa: Free Zone. VAE-Endkunden oder Behörden: Mainland.
  2. Brauchst du ein Ladenlokal oder Lager in der Stadt? Dann Mainland.
  3. Wie viele Mitarbeiter willst du einstellen? Mehr Visa brauchen mehr Fläche, in beiden Varianten.
  4. Erfüllst du die QFZP-Bedingungen? Nur dann hat die Free Zone einen Steuervorteil.
  5. Wie hoch ist dein Budget für laufende Kosten? Free Zones sind meist günstiger.
Unternehmer beim Beratungsgespräch im modernen Büro, Fokus auf Dokumente und Laptops mit Dubai-Karte im Hintergrund

Was Deutschland dazu sagt

Für deine Steuern in Deutschland spielt die Wahl zwischen Free Zone und Mainland keine Rolle. Entscheidend ist, wo du wohnst und von wo du die Firma führst. Führst du sie aus Deutschland, ist sie dort steuerpflichtig. Alles dazu liest du im Ratgeber Ist Dubai steuerfrei?.

Häufige Fragen

Kann ich später von der Free Zone ins Mainland wechseln?

Ja. Du kannst eine Mainland-Firma zusätzlich gründen oder eine Zweigniederlassung im Mainland eintragen lassen. Ein direkter Umzug der bestehenden Lizenz ist meist nicht möglich, plane den Wechsel deshalb mit Vorlauf.

Zahlt eine Mainland-Firma mehr Steuern als eine Free-Zone-Firma?

Nicht automatisch. Beide zahlen 0 % bis 375.000 AED Gewinn und 9 % darüber. Nur eine Free-Zone-Firma mit QFZP-Status zahlt auf qualifizierende Einkünfte 0 %.

Brauche ich im Mainland einen lokalen Partner?

Für die meisten Tätigkeiten nicht mehr. Seit 2021 ist 100 % ausländisches Eigentum möglich. Für einzelne Branchen mit strategischer Bedeutung gelten Ausnahmen.

Welche Variante ist für Freelancer besser?

Für Freelancer mit Kunden im Ausland ist meist eine Free-Zone-Lizenz die günstigere Wahl. Arbeitest du vor Ort für Firmen in Dubai, prüfe, ob deine Tätigkeit eine Mainland-Lizenz braucht.

Fazit

Für die meisten Gründer aus dem DACH-Raum mit Online-Geschäft oder Kunden in Europa ist die Free Zone der einfachere und günstigere Weg. Steuerlich bringt sie nur dann einen Vorteil, wenn deine Firma die QFZP-Bedingungen erfüllt. Das Mainland lohnt sich, wenn du in den VAE selbst verkaufen willst. Wenn du unsicher bist, welche Variante zu deinem Geschäftsmodell passt, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch. Den gesamten Ablauf erklärt unser Leitfaden Firma in Dubai gründen.

Geschäftsmann mit Geschäftspartner am Dubai Marina Hafen, Sonnenuntergang, Symbol für Erfolg und internationale Vernetzung

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gebühren und Regeln der Behörden ändern sich laufend. Stand: Oktober 2026.

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